Wandersegelflug 2015
 
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Tag 13: Donnerstag, 06.08.2015 - OLC-Strecke 1 - OLC-Strecke 2

Am letzten Tag war unser Ziel natürlich bis nach Hause zu fliegen. Bzw. zu einem der zwei Zuhause - also Bronkow oder Neuhausen. Bronkow wäre prima weil wir die Reise da beenden würden wo sie begann, Neuhausen wäre auch gut weil der Twin da sowieso in die Halle soll.
Wir verabreden für 12 Uhr zwei F-Schlepps. Den ersten machten Alex und Ulrich - einfach nur um nochmal die Umgebung auf dieser Seite der Schneekoppe zu sehen. Den zweiten machten schließlich Olli und Chris mit dem Heimflug als Ziel. Kaum sind die beiden unterwegs packten Alex und ich die restlichen Sachen zusammen und dann ging es los. Die SMS von Olli und Chris ließ auf sich warten aber angesichts des guten Wetters waren wir guter Dinge, dass die beiden es schaffen würden, ohne Aussenlandung nach Hause zu kommen. Etwa 1h vor der deutschen Grenze kam dann die SMS dass die beiden sicher in Neuhausen gelandet sind. Als Alex und ich eintrafen war der Twin bereits geputzt und in der Halle verstaut. Nachdem wir das Bordbuch geschrieben und den Flug ausgelesen hatten, ging es wieder nach Bronkow und unser Wandersegelflug war offiziell beendet :)



Heimweg über die Schneekoppe

Mit dem Gespann darf es schonmal der LKW Parkplatz sein

Autobahn-Selfie der Bodenmannschaft

Wieder zu Hause angekommen

Tag 12: Mittwoch, 05.08.2015

Heute morgen kam Olli ins Zelt gerannt und schrie: "Aufwachen! Die Halle ist ausgeräumt und die machen Windenstarts!" Ein Blick auf die Uhr verriet 7.30Uhr. Olli macht also wieder einen seiner Scherze... Wir hatten doch extra im Schatten aufgebaut und wollten mal länger schlafen. Aber er ließ nich locker. Nein es sei kein Scherz. Wirklich nicht. Also einfach mal nachgeschaut und Tatsache: Flugzeuge vor der Halle und Windenstarts über uns. Das wir das noch erleben dürfen!
Dann kam der ernüchternde Blick ins Wetter :( über dem Bielsko-Biala Gebirge zeigt es den ganzen Tag Gewitter an. Wir werden einfach nochmal die Einheimischen fragen, die schon so fleissig fliegen. Der Flugplatz ist mitten in der Stadt und man sieht überall um die Start- und Landebahn Bewohner joggend, skatend oder Sonne genießend. Die Startstelle ist direkt neben dem Radweg. Wir treffen ein paar Jungs und Fluglehrer an, die uns mitteilen, dass von 7-10Uhr die Anfänger ihre Windenstarts machen und dann gegen 10Uhr auf F-Schlepp gewechselt wird für die nicht-mehr-so-blutjungen-Anfänger. Aber heute Streckenflugwetter? Nee eher nich, es sollen noch starke Gewitter kommen. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: abwarten bis etwa 13Uhr bis gute Thermik ist, damit wir auch ein ganzes Stück wegfliegen können, wobei die Gefahr des Nichtfliegens besteht, weil die Wolken gleich überentwickeln. Oder wir fahren ein ganzes Stück mit Auto weiter, weil der Twin eh noch im Hänger ist und wir ja bald zurück in Bronkow sein wollen. Wenn wir jetzt, d.h. 9Uhr losfahren bestände sogar die Möglichkeit woanders nochmal zu starten. Travelbyglider.eu gibt uns in Vrchlabi in Tschechien ein Sommerlager an. Dort angerufen wäre man erfreut über unsere Ankunft und Alex kennt die Gegend vom Skifahren. Das Riesengebirge ist immer eine Reise wert!Die Fahrt bis dorthin zieht sich leider ewig, zum Glück sind wir so früh los. Wir kommen erst 18Uhr in Vrchlabi an und es gibt keine Flugbewegungen mehr... damit ist Fliegen für heute endgültig gestrichen. Gezeltet wird heute auf dem Euro-Air-Camp direkt neben dem Flugplatz mit Pool und Duschen und Strom und allem was das Herz begehrt. So langsam schnuppern wir Nach-Hause-kommen-Luft ;)



Inspizierung des neuen Perkoz

Die Qualität der Schleppflugzeuge nimmt weiter zu

Ohne Strom nix Los...

Tag 11: Dienstag, 04.08.2015 - OLC-Strecke

Der Plan heute wäre es bis nach Polen zu fliegen - vorzugsweise Bielsko Biala. Mit Alekc vom Fliegerklub Martin hatten wir ausgemacht, dass er uns gegen 11 Uhr hochschleppt. Und so war es dann auch. Diesmal mussten wir keine Luft aufpumpen und das Schleppflugzeug zog uns (Chris und Ulrich) mit positiven Steigwerten in die Berge.
Gleich nach dem Auskuppeln flogen wir an einer Bergspitze vorbei von der uns zahlreiche Wanderer zuwinkten.
Tolles Gefühl :) wir mussten für diese Aussicht nur 10 Minuten dasitzen und ein bisschen am Steuerknüppel drücken und ziehen...UND wir werden in den kommenden...naja...Minuten...noch weitere Gipfel sehen!
Da sahen wir dann auch unser Problem - ohne Bergflugerfahrung flogen wir die Grate an der Sonnen/Windseite ab und hatten auch immer wieder gutes Steigen mit dem wir vernünftig vorankahmen - allerdings wurden die Berge immer flacher - und den Sprung in eines der vielversprechen Täler im Norden wagten wir uns nicht weil wir dort kaum Aussenlandemöglichkeiten sahen und/oder Angst hatten dass uns die jeweils zu erwartenden Lee's zur Landung in unlandbarem Gelände zwingen könnten.
Profis würden sich wahrscheinlich mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen was wir für Möglichkeiten haben stehen lassen.. Wir jedenfalls flugen die immer niedriger werdenden Hänge ab und begannen bald nach einem geeigneten Aussenlandefeld Ausschau zu halten. Hier wurde die Auswahl allerdings auch immer spärlicher. Als wir uns dann zur Aussenlandung entschlossen blieben uns nur noch zwei Maisfelder, ein Weizenfeld und eine stark ansteigende Wiese.
Wir entschieden uns für das Weizenfeld das ebenfalls leicht ansteigend war. Im Endanflug wurde darüber hinaus erkennbar, dass es auch seitlich zur Landerichtung ein leichtes Gefälle hatte. Wir ließen uns hinein-durchsacken und standen innerhalb von höchstens 10m und um etwa 45 Grad gedreht..witzigerweise bergabwärts - das mit dem Schräglage des Hangs einnehmen hat also anscheinend recht gut funktioniert. Der Twin sah soweit auch in Ordnung aus also packten wir unseren Kram zusammen und gingen etwa 50m aus dem Weizenfeld hinaus zum weg.
Nach einigem Warten in der knallenden Sonne hielt ein Traktor mit Anhänger. Nachdem der -etwas griesgrämig guckende- Bauer erkannt hatte dass wir kein Slowakisch sprachen, fuhr er mit Blick auf den Twin und den Kopf schüttelnd weiter. Wenig später hielten zwei Frauen in einem Auto und begrüßten uns freundlich in gebrochenem Deutsch. Ob alles in Ordnung wäre, wie wir den Flieger da wieder herausbekommen würden und dass sie zu den Besitzern des Feldes gehören würden und ggf. eine Kompensation für den entstandenen Schaden verlangen würden - aber das könnten wir später klären wenn unsere Helfer da sind.
Nach etwa zwei Stunden warten im spärlichen Schatten eines kleinen Baumes war es dann soweit. Die Bodencrew traf ein und wir konnten uns an die Arbeit machen. Das Heraustragen der Flächen durch den Weizen war sehr anstrengend aber der Rumpf schob sich recht gut durch. Das letzte steilere Stück mussten wir sogar die (glücklicherweise sehr gute) Radbremse des Twin benutzen. Kaum war der Flieger im Anhänger tauchten auch der Chef und die Frau als Dolmetscherin wieder auf.
Er besichtigte kurz den Schaden und winkte dann mit einem "Dobry" - gut - ab.
Der Schaden war überschaubar und sie würden nichts dafür verlangen. Uns fiel ein kleiner Stein vom Herzen. Wir schenkten ihnen noch eine Flasche ungarischen Rosé und verabschiedeten uns freundlich. Was für ein Tag.. Die zweite Hälfte der Strecke nach Bielsko-Biala geht es jetzt mit dem Auto weiter.



Gourmetfrüstück

Der Schlepper sieht schon besser aus als gestern

Twin Astir im Getreide versenkt

Der Weg zur Straße muss noch überbrückt werden

Oli's Kochkünste

Tag 10: Montag, 03.08.2015 - OLC-Strecke

Wir erwachen wieder früh in Nitra, denn die Sonne lacht und es soll richtig gut werden heute. Nach dem Aufrüsten gegen 11 Uhr stehen schon hübsche Cumulanten am Himmel in Richtung Martin. Aber wir sind heute bei den hohen Temperaturen alle ein bisschen langsam und mit unserem Kumpel hatten wir etwa 12 Uhr Starten ausgemacht. Beim Herumstreunen in Nitras Hallen entdecken wir ein Aeromobil: ein fliegendes Auto...frisch in der Ferigung. Sehr schön anzuschauen! Außerdem einige Blaniks und unser Mini-Schleppflugzeug: der Eurofox, ein UL, das in der Halle dahinter gefertigt wird. Leider fehlt noch etwas Luft im Reifen, zum Glück haben wir die Luftpumpe dabei :)
Gegen 13 Uhr gehts endlich los. Ein bisschen Stress bekommen Ulrich und Olli jetzt doch von den Wolken, die schiessen nämlich wie blöde in alle Richtungen nach oben und versprechen turbulente Luft. Das Flugzeug haben wir vorsichtshalber bis ans letzte Ende des Platzes geschoben, denn das Schleppflugzeug ist wirklich klein...und es waren 36°C... Aber der Pilot, der die Dinger auch baut, scheint zu wissen was er tut und der Schlepp geht los..

Bericht von Ulrich:
Nitra hat eine recht lange Startbahn und die konnten wir auch gut gebrauchen - am Platzende waren wir höchstens 10 m hoch. Zum Glück gibt es dort keine Bäume oder sonstige Hindernisse.. Etwa 3 Minuten später waren wir schon auf 100 m. Wir stiegen hinter dem Schleppflugzeug mit gefühlten -1 m/s. Mit etwas Thermikhilfe kamen wir aber nach etwa 10 min doch auf 600 m an und stiegen nach dem Auskuppeln rasch bis an die Wolkenbasis in etwa 1400m.
Ohne Gebirgserfahrung näherten wir uns mit entsprechendem Respekt den ersten Bergen, die auf unserem Weg nach Norden lagen. Unser Plan A war der Fliegerclub Martin - etwa 100km nördlich. Plan B und C waren Flugplätze die etwas näher lagen. Weiter wollten wir nicht fliegen damit das zweite Team auch noch eine Gelegenheit kriegen würde in den slowakischen Bergen zu fliegen.
Stück für Stück tasteten wir uns über die Hänge vor - immer bedacht auf der von der Sonne beschienenen und vom Wind angewehten Seite zu bleiben - dies funktionierte auch erstaunlich gut! Von unserem slowakischen Segelfliegerkollegen Peter erhielten wir hin und wieder Wetterinformationen über Funk - auch konnte er über ein FLARM-Radar sehen, dass an den Flugplätzen auf unserem weg Betrieb -und viele andere Flieger in der Luft waren. Diese Information war für uns sehr hilfreich da uns immer wieder Schauer und Gewitter in allen Richtungen die Sicht versperrten.
Das unbekannte Gebiet und die sehr interessante Wetterlage hielt uns auf Trab - dennoch war es ein unbeschreiblich schöner Flug- immer öfter sahen wir nun andere Segelflieger die hier und da schemenhaft durch die graue Wolkenbasis schossen. Eine letzte Bergkette lag nun noch zwischen uns und unserem Zielflugplatz.
Wie viel Extra-Höhe braucht man nun um so eine Bergkette vom Lee zum Luv zu überfliegen?
Im Wissen dass wir jederzeit umdrehen und im Tal landen können nutzten wir die Höhe die wir halt hatten - es sah eigentlich komfortabel aus. In etwa 400m Höhe überquerten wir schließlich den Grat - das Gelände dahinter lag etwas höher...also waren wir sozusagen plötzlich etwas tiefer - schon komisch dieses Gebirgsfliegen - glücklicherweise trafen wir nochmal einen Bart der uns von 400m wieder in eine komfortablere Höhe brachte. Nun hatten wir ein sicheres Plus auf den Flugplatz Martin den wir nun auch ansteuerten. Eigentlich wären wir gerne noch etwas geflogen aber in dem Tal gab es kein Steigen mehr...angesichts des im Gleitbereich liegenden Zieles vielleicht ein guter Zeitpunkt diese Erfahrung zu machen. Wir drehten noch einige Runden über der Stadt Martin und machten uns dann an den Anflug auf den Flugplatz.
Der war leider zur Zeit recht leer... Glücklicherweise trafen wir dann doch jemanden vom Club, der uns problemlos ein Zimmer im Vereins-Gästehaus aufschloss und uns für den kommenden Tag einen F-Schlepp versprach. Alex und Chris trafen etwa eine Stunde später ein und da immer noch das eine oder andere Gewitter zu sehen war, entschlossen wir uns den Twin abzurüsten. Danach fuhren wir noch etwas essen, einkaufen und blicken nun dem morgigen Tag entgegen.
Der sollte wettermäßig sehr interessant werden - genau über uns steht auf der DWD Konvektionskarte eine Gewitterwolke..lassen wir uns überraschen :)



F-Schlepp hinter einem Eurofoxx

Steigen mit 0,1 m/s

Selfie über der Stadt

Gebirgssegelflug

Der rettende Bart

Nachflugbesprechung

Tag 9: Sonntag, 02.08.2015

Obwohl es drückend warm war, machte uns Heute eine Abschirmung einen Strich durch die Rechnung. Beim Briefing für die hier derzeit stattfindende Ungarische Meisterschaft im Segelflug wurde der Tag neutralisiert.
Weil wir vom warten schon lange die Nase voll haben entschlossen wir uns kurzerhand zum Aufbruch und der Abreise gen Nordwesten in Richtung Slowakei. 5-6 Stunden Autofahrt später erreichten wir den Flugplatz Nitra. Bei der Ankunft stachen uns gleich einige sehr interessante Motorflugzeuge und alte Kampfjets ins Auge.
Reichlich Segelfluganhänger gibt es hier auch - eine kurze Anfrage beim Chef: Ja ein F-Schlepp am morgigen Tag sollte kein Problem werden. Hier beginnt auch so langsam das Gebirge so dass der morgige Flugtag recht interessant werden sollte.
Unser Ziel ist es morgen entweder nach Prievidza oder Martin zu fliegen - letzteres ist nur etwa 100km entfernt, wird uns von unserem Ansprechpartner hier aber wärmstens empfohlen. Bei beiden Flugplätzen finden laut travelbyglider.eu derzeit Sommerlager statt.
Auf unsere Frage hin ob es in der Nähe ein gutes Restaurant gäbe bietet sich unser Slowakische Segelfliegerkollege gleich an mitzufahren und uns den weg zu zeigen - er wohnt dort sowieso in der Nähe. Er zeigt uns auch noch eine Kneipe und wir verabreden uns, uns nach dem Essen dort mit ihm noch auf ein Bier zu treffen.
Das Essen im uns empfohlenen Restaurant war endlich mal wieder hervorragend! 10/10!
Die Preise sind auch noch sehr human - die meisten Gerichte kosten zwischen 5-7 Euro - das Bier in der Kneipe später sogar nur 1,30 Euro. Nach einem sehr netten Abend und interessanten Gesprächen fuhren wir wieder zum Flugplatz zu unserem Zelt zurück und fielen totmüde ins Bett.



On the road

Campingplatz Nitra

Twin Astir rüsten

Zelt rüsten

Briefing Ungarische Meisterschaft

Tag 8: Sonnabend, 01.08.2015 - OLC-Strecke

Lange blieben wir heute nicht im Zelt, die Sonne lacht! Ein kurzes Schnacken mit den Ungaren (die übrigens vielerorts unter deutscher Registration fliegen) ergab die Info: 2400m Basis mit 1-2 Achtel Cumulus, nach Norden besser. Also schonmal alles wieder eingepackt, heute greifen wir wieder an! Wir liebäugelten schon eine Weile mit dem Flugplatz Hajduszoboszlo in Ostungarn, den ich bei Recherchen im ungarischen OLC gefunden hatte und etwa 180 Flug-km weiter ist. Zwei Piloten aus Szatymaz erzählten uns dann, dass sie auch dorthin wollen zu den ungarischen Meisterschaften, die dort die nächsten zwei Wochen stattfinden. Naja ein bisschen Wetterbriefing, viele fluggeile Piloten und garantierter F-Schlepp sollten uns nicht erschrecken, unser Plan steht! Und er stand auch noch drei Stunden später als die ersten gestarteten Segelflieger eine Basis von 1000m und 1m Steigen meldeten... Die Piper zieht uns in unsere Abflugrichtung in einen guten Bart, die Basis ist wirklich nicht höher, aber die vorher ausgemachte Schmerzgrenze zum Abfliegen betrug 800m und Olli weiß eh nicht mehr wo der Platz ist ;) Also immer dem Dell hinterher bzw. dem Strich in der Karte, denn in so niedriger Höhe erkennt Alex auch alle eingetragenen Straßen und Flüsschen. Die ersten 160km fliegen wir zwischen 600 und 1000m. Die Nerven liegen blank, der Schweiß rinnt, schließlich ist der Aufenthalt unter Plexiglas in solchen Höhen bei Blauthermik ne harte Nummer. Je länger wir geradeaus fliegen, desto eher kommt das nächste Steigen. Für alle Muttis und Omas von uns: wir fliegen die ganze Zeit sicher und haben bei so viel Ackerbau in dieser Gegend immer ein gutes Außenlandefeld parat. Kurz nach Gyoma platzt dann der Knoten und ein 3m-Bart hebt uns höher und höher bis auf 1800m. Auf Hajduszoboszlo haben wir jetzt 100m plus. Also darf Olli jetzt auch mal ans Ruder. Nee quatsch, das war Teamarbeit ;) Wir sind kurz vor unserem Zielgflugplatz nochmal auf 600m runter, aber es kommt ja immer was in der Blauthermik. Und ab da sehen wir auch andere Segelflieger in der Luft und wir beschließen noch ein bisschen in Interaktion mit den ungarischen Fliegern zu gehen. Ein Pilot winkt uns euphorisch. Ist es etwa der nette Pilot neben dessen Hänger wir letzte Nacht in Szatymaz geschlafen haben? Der uns sagte, dass er nach Hajduszoboszlo abreist um dort nochmal zu fliegen vor den Meisterschaften, weil er vorher noch nie Mininimbus geflogen ist? Ja es könnte ein Mininimbus sein. Also rasch die verschiedensten Kameras gezückt, die im Flugzeug so rumliegen und wieder hoch gekurbelt. Hajduszoboszlo ist übrigens sehr hübsch anzusehen von oben, da sie um einen Teich herum einen riesigen Schwimmvergnügungspark aufgebaut haben. Vielleicht lassen wir das Fliegen mal für einen Tag sein und machen mal "richtig" Urlaub im Aquapark?
Wir waren wieder 1700m hoch und damit so hoch, dass wir uns wieder ganz stark gefühlt haben und bereit waren, um zur nächsten Stadt aufzubrechen. Wenn nur die Lufträume nicht wären... Mit Blick aufs Dell, zirkelten wir zwischen zwei Lufträumen durch. Der Luftraum links von uns ist eine kreisrunde restricted area und Alex hatte da so eine Idee... Zum nächsten Flugplatz ist es um 17.30Uhr einfach zu spät und jetzt befanden wir uns genau auf der anderen Seite des LHRs. Also zurück zum Platz und zwar immer an der Kante zum LHR entlang. Jetzt geht auch Olli auf, dass wir einen wunderschönen Kreis um etwas fliegen, das für uns nicht restricted aussieht. Wer weiß...
In Hajduszoboszlo gelandet treffen wir deutschsprachige nette Clubmitglieder, finden Zeltplatz und Sanitäranlagen und währendessen wird wie immer hier in Ungarn fleissig weiter geflogen am Platz. Diesmal können wir Gleitschirmflieger beobachten, die im AUtoschlepp (es sieht aus wie ein alter Wartburg) hochgezogen werden.
Ab morgen beginnt hier die ungarische Segelflug Meisterschaft!Mit etwa 30 Teilnehmern ist das Starterfeld allerdings recht überschaubar.
Im ungarischen OLC werden wir nur von einem Nimbus 4 Turbo geschlagen, der sich die selbe Strecke ausgesucht hat, aber mit einer Spannweite von ca. 26m auch wieder zurückgekommen ist. Das kann ja nun wirklich jeder... Bestärkt von dieser Nachricht, dass wir die coolsten sind schlafen wir ein :)



Alex steigt hinten ein

Mini Nimbus im Kreis

Entspannter Sitzplatz

Wieder der Mini...

Tag 7: Freitag, 31.07.2015 - OLC-Strecke

Für Heute sagte uns der Flugwetterbericht endlich wieder eine Chance voraus, ein paar Kilometer in der Luft zurückzulegen. Flugbereitschaft 15:00. Aufgrund des vergleichsweise kurzen Zeitfensters entschieden wir uns Chris' 100km-mit-Lehrer-Flug anzugehen und das etwa 100km östlich gelegene Szatymaz anzusteuern. Genau 15:00 riss dann Tatsächlich auch die Wolkendecke auf und es wurde sehr schnell sehr warm.
Wir schoben den Twin aus der Halle, wurden noch kurz über die aktiven Lufträume in der Umgebung gebrieft (nicht viele) und dann ging es los. Hinter einer Chessna 172 ging es mit Rückenwind in die Luft (der Platz ist lang genug).
Steigwerte von 2-3m/s stimmten uns optimistisch für den Flug und bald hatten wir genug Höhe den Sprung über die thermisch schwache Donau-aue zu schaffen. Ohne Probleme gelang uns dies wenig später und wir flogen unter der immer Höher werdenden Wolkenbases gen Nordosten. Hier begegnete uns bald ein Luftraum über dessen Status wir nicht sicher waren. Ein kurzer Funkkontaktmit mit dem ungarischen Fluginformationsdienst bestätigte uns aber dass wir hier einfliegen durften.
Das war auch dringend nötig denn hier Stand die letzte Wolke auf unserer Strecke. Auf 1700m ging es hoch - der Logger zeigte jetzt 350m plus auf Szatymaz. Jetzt wurde es spannend. Bleibt es bei den 350m? Thermisch war die Luft tot - weder steigen noch besonderes Sinken. Nach einem sehr langen und hochkonzentriertem Endanflug (bloß keine Höhe verschwenden!) hatten wir in 500m über Grund den Platz immer noch nicht in Sicht - der Logger zeigte uns aber weiterhin die 350m Ankunftshöhe und den stetig näherkommenden Platz direkt vor uns. Kurz darauf erblickte Chris eine gelbe AN-2 hinter den Bäumen durchschimmern - da war er! Nach einem kurzen kreis über dem Objekt gingen wir in den Gegenanflug und meldeten "Szatymaz Info, D-3566 left downwind for landing" und setzten wenig später auf dem akkurat gemähten Grün auf.
Szatymaz ist nicht wirklich ein Verein - der Flugplatz ist eher die Basis für Agrarflugzeuge und ein kommerzieller Anbieter von Camping und Segelflugstarts. Es gibt hier zwar auch irgendwie einen Segelflugverein - nur kennt die hier niemand und wir haben auch noch keine Vereinsmitglieder gesehen (naja jetzt wo ich so raus gucke sehe ich da hinten eine Ka13 am Start - vielleicht ist das ein Vereinsflugzeug). Jedenfalls stehen hier etwa 10 private Segelflugzeuge angeleint neben kleinen Hütten und Wohnwagen. Vermutlich ist das hier eher etwas für wohlhabendere Segelflieger die keine Luft auf Verein haben und im Sommer einfach mal nur zwei Wochen fliegen wollen ohne irgendwas arbeiten zu müssen.
Egal - hauptsache wir kommen hier morgen wieder hoch :) Die sanitären Einrichtungen sind TippTopp. Auf einer Skala von 1-10 würde Alex 7.5 vergeben und ich 10 - macht also 8.75. Und ne Bar mit kühlem Bier und einen Pool gibts hier auch. Morgen wollen Olli und Alex nach Norden weiterfliegen.



Jetzt geht es endlich wieder los

Schlepp hinter der Cessna

Zerfasertes Wolkenbild

Querung der Donau

Idylle in Szatymaz

Agrarflug mit der AN-2

Tag 6: Donnerstag, 30.07.2015

Unser Heutiger Flug (nämlich in Form eines AUSfluges) führte uns mit dem Auto zum Balaton. Hier mieteten wir uns ein Vierer-Tretauto und machten uns ein bisschen zum Löffel. Anschließend wanderten wir noch durch Siófok und aßen in einem mittelmäßigen Restaurant. Auf einer Skala von 1-10 geben wir dem Tag eine solide 4,86. Morgen erwarten wir deutliche Besserung in Form von echtem Streckenflugwetter am Nachmittag. Dann soll es endlich mal weitergehen..



Zeitvertreib für Erwachsene

Tiefsinnige Gespräche am Wasser

Tag 5: Mittwoch, 29.07.2015

Auf Grund fehlender Thermikentwicklung wird der Blog heute nur verkürzt ausgegeben. Nachdem wir bis 15 Uhr auf die Sonne gewartet hatten entschlossen wir uns den Tag zu neutralisieren und uns die für Ihren Weinanbau berühmte Umgebung um Szekszárd zu erkunden. Da kam dann natürlich die Sonne raus.. Wir machten uns trotzdem noch einen schönen Tag und verbrachten den Abend mit den einheimischen Segelfliegern die uns Wein aus eigenem Anbau schenkten.



Hier wird der Gleitwinkel simuliert

Traumhafte Aussicht

Tag 4: Dienstag, 28.07.2015

Heute sollte es losgehen - aber weder sah das Wetter besonders vielversprechend aus, noch trafen Flieger oder fliegerisches Personal am Flugplatz ein. Stattdessen fuhr die ungarische Luftfahrtbehörde vor, die unseren Gastgeber vollends in Beschlag und den Platz unter die Lupe nahm.
Nachdem die Abschirmung nicht aufriss und auch für den Folgetag keine Besserung in Sicht war, entschlossen wir uns abermals für die Migration nach Süden. Hierfür hatten wir uns im Vereinsheim auf der ungarischen Luftfahrtkarte zwei mögliche Zielflugplätze herausgesucht. Plan A war der Platz Siofok-Kiliti am Balaton. Hier trafen wir auch unzählige Luftsportler an - leider die Sorte die ihr Luftfahrtgerät immer wieder vor der Landung verlässt... Da weit und breit kein Segelflieger zu sehen war und wir auch nur zwei Fallschirme dabei hatten, entschieden wir uns kurzerhand zur Weiterfahrt nach öcsény -hier fand die letzten zwei Wochen noch die Segelflug Europameisterschaft statt.
Auf einen Anruf am Platz antwortete uns ein sehr freundlicher Herr in gutem Englisch. Am morgigen Tag wäre hier bei gutem Wetter durchaus F-Schlepp möglich, wir können gerne anreisen, hier Campen und uns morgen -und wenn wir wollen auch übermorgen- hier hochziehen lassen. Nach anderthalb Stunden Fahrt sind wir nun angekommen und fühlen uns pudelwohl hier. Die EM hat ihre Spuren hinterlassen - WLAN, Duschen, Strom - eine insgesamt ausgezeichnete Infrastruktur, ein wunderschöner Platz, viel Raum für Camping unter schattenspendenden Bäumen...ganz zu schweigen von dem wunderschönen Dorf mit seinen unzähligen Pflaumen-, Mirabellen-, Feigen-, Wallnuss-, Hibiskus-, Oliven-, Pfirsich- und Kirschbäumen am Straßenrand...
Morgen soll das Wetter wieder gut werden und der F-Schlepp ist so gut wie gesichert - wir sind froher Dinge :)



Frühstück mit Hund

Zwei quatschen, einer arbeitet...wie zu Hause

Sieht gut aus, bringt aber thermisch nichts

Blech-Clouddancers - Segler in Mini-Halle

Tag 3: Montag, 27.07.2015

Der Blick ins Wetter stimmte uns am Montag wenig zuversichtlich, mit dem Segler weit voranzukommen. Zwar war das Wetter über Chomutov recht gut, aber auch eben nur über Chomutov und Prag, wo wir jedoch nicht hin können. Für den Folgetag sollte nicht mal mehr hier das Wetter zum fliegen reichen. Also rüsteten wir den Twin ab und machten uns auf der Straße auf den weg gen Süden - nach Ungarn - wo die Wetteraussichten der kommenden Tage deutlich vielversprechender waren. Nach etwa 600km fahrt kamen wir gegen 23 Uhr beim Aeroclub im Esztergom - etwas nordwestlich von Budapest an. Hier erwarteten wir ein Sommerlager anzutreffen. Dunkle Gebäude und zwei bellende Hunde sorgten hier zunächst für Ernüchterung. Schließlich erblickten wir an einem der Fenster Licht und wagten uns raus zu den Hunden um uns dem spärlich beleuchtetem Gebäude zu näheren. Am Fenster empfing uns ein Mann im Schlafanzug. Bald wurde uns deutlich dass er hier der einzige war. Mit Händen und Füßen kommunizierten wir dass wir an einem schlafplatz und bestenfalls noch einen F-Schlepp am morgigen Tag interessiert wären. Der völlig überrumpelte Fliegerkollege ließ uns daraufhin nach einem kurzen Telefonat mit seinem Chef in das Haus und in das dortige Jugendzimmer(?) wo wir schließlich in gemütlichen Doppelstockbetten unseren verdienten Schlaf fanden.



Autobahnwetter

Bier, Buch und Bus

Endlich irgendwo angekommen

Tag 2: Sonntag, 26.07.2015 - OLC-Strecke

Nachdem wir am ersten Tag lediglich den kleinen F-Schlepp Sprung nach Klix gemacht hatten, wollten wir Heute versuchen eine etwas größere Strecke -und diese möglichst aus eigener Kraft- zurückzulegen. Gebeutelt durch eine sehr stürmische und entsprechend schlafarme Nacht im Zelt in Klix, standen wir dennoch früh auf um den Twin aufzurüsten. Gegen 13 Uhr ging es dann los und Peter zog uns auf sportliche 800m unter eine vielversprechende Wolke. 15 Minuten später waren wir wieder auf 400m kurz davor die Landeeinteilung zu beginnen. Nach einem harten Kampf gegen die versetzung durch den Wind gelang es uns aber schließlich doch noch das Platzumfeld zu verlassen und wir begannen unsere Reise in das tschechische Bergland. Neben einer abwechslungsreichen Landschaft begrüßten uns hier abschwächender Gegenwind und immer bessere Arbeitshöhen. Bald flogen wir in 2000m über die sächsische Schweiz in für uns bisher völlig unbekanntes Gebiet. Nachdem sich in 1700m gegen 18:00 die Wolken um uns herum aufzulösen begannen, entschlossen wir uns den Flugplatz bei Zatec als vorläufigen Wegpunkt anzusteuern. Nachdem dort allerdings niemand auf unsere Funkanfragen reagierte standen wir vor der Entscheidung: Weiter nach Plasy abgleiten (und vermutlich auf dem weg aussenlanden) oder zum nächstgelegenen Flugplatz Chomutov (an dem Segelflugbetrieb war) zurückfliegen. Wir entschlossen uns für letzteres und kamen in 1800m dort an. Eine Höhe mit der wir noch bequem nach Deutschland weiterfliegen hätten können - aber wo bleibt da das Abenteuer - und unsere Rückholer hatten auch schon die Vignette an der Scheibe kleben.... Also nutzten wir die restliche Höhe um uns die Umgebung um Chomutov näher zu betrachten und landeten schließlich auf der wohl bestgemähtesten Landebahn der Welt. Prompt kahm ein Traktor um uns zum Objekt zu ziehen und noch bevor uns einfiel, wie man nochmal auf Tschechisch Hallo sagt (Ahoi) - begrüßte uns der Traktorfahrer mit einem herzlichen "Guten Tag!". Aufgrund des mangelnden Schlafes will ich jetzt nicht noch mehr schreiben und weiter ins Detail gehen - wir fühlen uns hier sehr wohl - haben ein Dach über dem Kopf und der Twin steht in der nagelneuen Flugzeughalle. Wir sind gespannt wie das Wetter morgen wird - anscheinend nicht so besonders gut. Alles weitere überlegen wir uns dann :)



Wo fliegen wir heute entlang?

So gefällt das Bergland

Atemberaubende Aussicht

Anflug auf Chomutov

Einhallen

Tag 1: Sonnabend, 25.07.2015 - OLC-Strecke

Mit großen Schritten geht es los! Die Jungs haben nur leider den Wettergott nicht genug gehuldigt in den letzten Wochen. Das Aufrüsten musste aufgrund ohrenbetäubender Regengeräusche außerhalb der heiligen Betten auf 8 Uhr verschoben werden. Nach ein paar klugen Sprüchen und einigen Schweißperlen war der Twin aufgerüstet. Das ging immer noch schneller und besser als wir befürchtet hatten ;) Der Regen war weg, aber Streckenflugwetter sollte es heute nicht werden. Aus der Winde raus haben es Alex und Ulrich auf sagenhafte 550m (bei 360m Auskuppelhöhe) gebracht bevor Alex der Geduldfaden riss, weil es mehr zur Seite als nach oben ging. So wurde nochmal Landen geübt und anschließend bei Tanja Mittag gegessen. Doch wir wollen endlich los! Egal wohin. So wurde es zum Anfang unseres ultimativen Reiseabenteuers nur ein großer (nagut recht kleiner) Schritt mit motorisiertem Vorflieger. Vielen Dank an Peter für den Taxiflug :) Olli und Chris hatten somit auch noch ihren 40-minütigen Spaß. Jetzt sitzen wir in der schönen Lausitz, in Klix. Kennen wir zwar schon alle, aber jetzt kennen wir halt auch das beste Restaurant und wir bespaßen Peter noch ein bisschen ;) Das großzügige Zelt war schnell aufgebaut, nachdem das mit den blauen Stangen in den blauen öffnungen und den roten Stangen in den roten öffnungen geklärt war. Vielen Dank an Sven für die Behausung! Hoffen wir das es heut Nacht hält, es soll bis zu 100 km/h Wind geben. Das Abenteuer soll seinen Namen verdienen :) Morgen wird es ein verdammt guter Tag. Wir schauen gerade in welche Richtung es gehen soll, damit wir auch Montag wieder bei bestem Wetter starten können. Danach wird es laut Wettervorhersage vielleicht ein bisschen dürftiger mit dem Fliegen. Wir haben ja noch das Auto ;)



Abflugbereitschaft in Bronkow

Tolle Aussicht hinter der Piper

Genussfliegen!

Genusstrinken!
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